Am Montag trafen sich Verantwortliche des Jugendkulturvereins und Bürgermeister Andreas Koeppen sowie Carsten Roeder vom Kinder- und Jugendbüro und Stadtplaner Marc Springer.

„Wir sehen das Gespräch sehr nüchtern“, sagt Marten Becker vom Verein Freiraum. „Wir sind weder euphorisch, noch wollen wir das Projekt abschreiben.“ Wie berichtet, hat es am Montag ein Treffen zwischen Verantwortlichen des Jugendkulturvereins und Bürgermeister Andreas Koeppen sowie Carsten Roeder vom Kinder- und Jugendbüro und Stadtplaner Marc Springer gegeben. Thema war erneut das Gebäude an der kleinen Tonkuhle, das sich im Eigentum der Stadtwerke befindet und bislang von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) für die Stadtranderholung sowie seit März 2015 auch vom Verein Freiraum genutzt wurde. Dieser würde es nun gern komplett übernehmen.
Zwar habe die Stadt den Vereinsmitgliedern auch nun wieder Unterstützung zugesichert – Becker habe sich aber dennoch „mehr positiven Willen“ erhofft, wie er sagt: „Die Stadt hatte acht Wochen Zeit, seitdem ist wenig passiert.“ Es habe bislang keine Vorabprüfungen gegeben, ebenso sei noch nicht über eine Kaufsumme gesprochen worden. Mitte September hatte der Verein zunächst eine Ablehnung erhalten, nachdem er den Stadtwerken gegenüber ein Interesse an einem Kauf des Gebäudes bekundet hatte.
Das Rathaus sei jetzt zuständig, da geprüft werden müsse, was baurechtlich für einen ganzjährigen Betrieb zu tun ist, sagt Bürgermeister Andreas Koeppen: „Die Awo hat das Gebäude nur einmal im Jahr für ein paar Wochen genutzt.“
Die Stadt werde nun „im Rahmen einer eingeschränkten Beteiligung der relevanten Träger öffentlicher Belange“ die Rahmenbedingungen und Erfolgschancen für eine Änderung des Flächennutzungsplans prüfen, so Koeppen. Zeitgleich sollen aber auch mögliche alternative Standorte zusammengetragen werden.

Der Verein werde sich in der Zeit ebenfalls mit Juristen, Architekten und Bauplanern zusammensetzen, um auszuloten, was möglich ist, und ein konkreteres Finanzierungskonzept ausarbeiten zu können, sagt Becker. Man wolle nämlich auf jeden Fall am Standort festhalten. „Wir kennen die Immobilienlage in der Stadt“, sagt er, „und wir wissen, dass es schwer wird, für unsere Zwecke eine Alternative zu finden.“ Mitte Januar kommenden Jahres wollen Stadt und Verein dann ihre Ergebnisse vorlegen.
Über eines können sich die Verantwortlich von Freiraum aber schon jetzt freuen: Seit dem Bekanntwerden ihrer unsicheren Zukunftsaussichten habe es laut Becker einen „deutlichen Mitgliederzuwachs“, gegeben.

Quelle: Norddeutsche Rundschau, 09. November 2017
Autor: Christopher Chirvi